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Hörfunk-Berichte aus dem Studio Essen
    Neue Nutzung für alte Zechenbrachen
    Im Ruhrgebiet wurden in den vergangenen vierzehn Jahren bis heute 54 Schachtanlagen und 14 Kleinzechen stillgelegt. Zuletzt traf es im April die Verbundzeche Ewald/Hugo in Herten/Gelsenkirchen. Um die alten Zechenbrachen kümmern sich das Land und der Essener RAG-Konzern gemeinsam. Denn in Sachen Strukturwandel im Revier ziehen Politiker und Unternehmer an einem Strang. In den kommenden drei Jahren will der RAG-Konzern im Ruhrgebiet 500 Hektar - fünf Millionen Quadratmeter gleich 1000 Fußballfelder - für neue Nutzungen bereitstellen. Die ehemaligen Bergbauflächen sollen allerdings nur teilweise veräußert werden. Vielmehr will der Konzern dort auch selbst investieren. In den Wohnungsbau und im Gewerbeflächen.

    DBT: Deutsche Bergbautechnik für die Welt
    "Mit DBT hat die Bergbautechnik den Sprung auf den Weltmarkt geschafft. Damit akquirierte die in den heimischen Gruben entwickelte deutsche Bergbautechnologie neue Absatzmärkte. Und der Vorteil für die Bergbauregion ist, dass dadurch zahlreiche Arbeitsplätze auch bei Zulieferunternehmen im Ruhrgebiet gesichert werden." Das sagte kürzlich Karl Starzacher, der Vorstandsvorsitzende des Essener RAG-Konzerns. Und mit DBT meinte er ein Tochterunternehmen der RAG, die Deutsche Bergbautechnik in Lünen. Sie liefert weltweit komplette Abbausysteme für den untertägigen Bergbau. Und die Exportperspektiven für die DBT und damit für Nordrhein-Westfalen könnten noch besser werden. Denn weil der Weltenergiebedarf wächst, hat die Steinkohle auch in Zukunft mit 40 Prozent den höchsten Anteil an der Weltstromerzeugung. Bergbautechnologie ist deshalb Zukunftstechnologie.

    Professor Schmitt aus Essen bewertet Gasmarkt
    Der europäische Erdgasmarkt gerät in Bewegung. Nach dem Beispiel des Strommarktes steht ihm eine Liberalisierung bevor, müssen Betreiber von Gasleitungen ihre Verteilnetze der Konkurrenz öffnen, werden die 14 Millionen privaten Endverbraucher in Deutschland ihren Erdgas-Lieferanten frei wählen können. So will es die Gasrichtlinie der europäischen Gemeinschaft. Danach müssen die EU-Mitgliedsstaaten zum 10. August ihre nationalen Gasmärkte mindestens zu zwanzig Prozent der ausländischer Konkurrenz öffnen. Die Voraussetzungen dafür hat die deutsche Gaswirtschaft in dieser Woche durch eine sogenannte Verbändevereinbarung geschaffen. Kann der Verbraucher also schon bald mit sinkenden Gaspreisen rechnen? Die Antwort kennt Dieter Schmitt, Professor für Energiewirtschaft an der Universität Essen.

    Hier gibt' s

    was auf

    die Ohren:

    Ray Charles in der Dortmunder Westfalenhalle

    MP3-File

    zum Runterladen

    Die Ruhrgas AG auf Einkaufstour
    Im Vorfeld des Liberalisierten Gasmarktes

    Nach dem Strommarkt steht nun auch der Gasmarkt kurz vor der Liberalisierung, die dem Verbraucher niedrigere Preise als Folge stärkeren Wettbewerbs bringen soll. Und die Gasanbieter? Die rangeln zur Zeit um gute Ausgangspositionen auf diesem liberalisierten europäischen Gasmarkt. Kaum ein Tag, an den nicht irgendwelche Firmenzukäufe Schlagzeilen machen. So meldete etwa am 04. Juli 2000 die Essener Ruhrgas AG, der größte deutsche Erdgas-Verkäufer, seinen Einstieg bei den Stadtwerken Darmstadt. Und auch andere Energiekonzerne sind auf Einkaufstour.

    Der liberalisierte europäische Gasmarkt
    läßt auf sich warten

    Die Liberalisierung des Strommarktes hat den Preis für Elektrizität um 30 bis 50 Prozent fallen lassen;für Privatkunden allerdings nur um 15 Prozent. Für die Verbraucher alles in allem erfreulich. Für die Produzenten nicht. Zumal sich die einzelnen europäischen Länder dem neuen Wettbewerb nicht zum gleichen Zeitpunkt und auch nicht in gleichem Maße geöffnet haben. Das hat ausländischen Anbietern in Deutschlands Vorteile einbracht. Umgekehrt war das kaum der Fall. Deshalb fordern die deutschen Energieunternehmen nunmehr von der EU-Kommission, wenigstens bei der bevorstehenden Liberalisierung des Gasmarktes Abschottungsversuchen entgegenzutreten.

    Die Ruhrgas AG und die Verflechtungen mit anderen Konzernen
    Damit die Hochzeitsvorbereitungen für die Ehe der beiden Energiekonzerne RWE und VEW nicht ins Stocken geraten und das Bundeskartellamt womöglich als Trauzeuge seine Zustimmung verweigert, will sich der Essener RWE-Konzern von seinen derzeitigen Anteilen an der Ruhrgas AG, ebenfalls Essen, trennen. Als Käufer der Ruhrgas-Anteile hat sich ein anderer Energiekonzern angeboten, die VEBA, die mit der VIAG zum E-on-Konzern fusioniert. Ein Hintergrundbericht über die verschachtelten Besitzverhältnisse der Ruhrgas.

    Kohlekraftwerk in der Türkei
    für 3,3 Milliarden Mark

    Die Essener Steag AG, der zweitgrößte Betreiber von Kohlekraftwerken in Deutschland, will in den nächsten drei Jahren im Osten der Türkei, in der Mittelmeer-Hafenstadt Iskenderun, ein Kohlekraftwerk bauen mit einer Kapazität von 1.300 Megawatt Strom. Kosten: 3,3 Milliarden Mark. Davon stammen 825 Millionen aus der eigenen Kasse und 2,5 Milliarden Mark von einem Bankenkonsortium, dem Dresdner Bank und Westdeutsche Landesbank angehören. Wichtige Bauteile werden die Siemens Kraftwerk-Union und Babcock-Borsig in Oberhausen produzieren.

    Als Regionalkorrespondent

    im Märkischen Kreis

    Über die Drahtzieher von Altena, die Iserlohner Nadelindustrie, die Produktion von Negerküssen, Probleme mit einer Rauchgasreinigungsanlage und mehr.

    Den Stromabsatz sichert zwanzig Jahre lang ein Vertrag Jahre mit dem staatlichen türkischen Energieversorger TEAS. Die Kraftwerkskohle, jährlich drei Millionen Tonnen, liefern in dieser Zeit die Essener Konzerne RAG und RWE mit Hilfe moderner Frachtschiffen.
      Steag: Was wird aus der "Tochter" der RAG?
      Gut möglich, dass der Strom, der da gerade ihren PC laufen lässt, aus Voerde, Walsum, Herne, Lünen oder Bergkamen kommt. Denn dort betreibt die Essener STEAG große Kohle-Kraftwerke. Sie bringen es auf eine Leistung von mehr als 4000 Megawatt. Insgesamt verkaufte die STEAG im vergangenen Jahr rund 22 Milliarden Kilowattstunden Strom - so kostengünstig wie kaum ein anderer Kraftwerksbetreiber in Deutschland - und erzielte damit einen Erlös von fast 1,9 Milliarden Mark - allerdings ein Zehntel weniger als im Jahr zuvor, Auswirkung des Preiskampfes auf dem Strommarkt. Weitere Zahlen wird die heutige Bilanzpressekonferenz in Essen liefern. Den meisten Strom verkauft die STEAG künftig an den fusionierten Energie-Multi RWE/VEW. Da hätte es nahe gelegen, den Lieferanten enger an den Großkunden zu binden. Doch daraus wird nichts.

    RAG-Konzern investiert im Ausland
    So düster die Aussichten für die Kohle im Inland sind, so günstig sind die Marktchancen der Kohle weltweit. In den nächsten Jahrzehnten rechnen Experten mit einem rasanten Anstieg der Energienachfrage und damit auch der Steinkohleförderung. Heute liegt der globale Steinkohleverbrauch bei 3,8 Milliarden Tonnen. Im Jahr 2010 werden es voraussichtlich 4,4 Milliarden Tonnen sein. Alles in allem also gute Aussichten für den Essener RAG-Konzern, der vor mehr als dreißig Jahren als Ruhrkohle AG gegründet wurde - Reaktion auf das damals begonnene Zechensterben an der Ruhr. Mit Kohlebergwerken in Deutschland, Amerika, Venezuela und Australien ist die RAG inzwischen der zweigrößte Kohleproduzent der Welt. Er bilanzierte am 23.5.2000 in Essen das Geschäftsjahr 1999.

    Gelsenwasser AG: Ändert sich die Aktionärsstruktur?
    Personalabbau und Gewinnsteigerung kennzeichnen das Geschäftsjahr 1999 des größten deutschen Wasserversorgungsunternehmen, der Gelsenwasser AG. Und beides wird der Vorstandsvorsitzende Hartmut Gripentrog den Aktionären auf der Hauptversammlung im Musiktheater Gelsenkirchen (am 8. Juni 2000) gerne erläutern. Denn der Jahresüberschuss von 44,4 Millionen Mark verhilft den Aktionären zu einer Dividende von zehn Mark je Aktie, eine Mark mehr als im Vorjahr. Ein Bericht über die Aktionärsstruktur von Gelsenwasser, geplante Kooperationen und mögliche Schließungen von Wasserwerken an der Ruhr.

    Im Herbst Gespräche mit der Politik
    über Kohlesubventionen ab 2005

    Der Kohlekompromiss aus dem Jahre 1997 sieht bis 2005 einen schrittweisen Abbau der staatlichen Kohlehilfen vor. Ob und in welcher Höhe sie in späteren Jahren noch fließen werden, ist nach wie vor unklar. Gespräche mit der Bundesregierung, die diese Frage klären müssen, sollen vor Beginn des nächsten Bundestagswahlkampfes zu einem Ergebnis führen.

    Alte Zechen, neue Arbeit -
    Strukturwandel und Tradition im Ruhrgebiet

    Lange Jahre waren im Ruhrgebiet rotglühende Hochofenfeuer, rauchende Schlote und die rotierende Seilscheiben von Fördertürmen die Sinnbilder des Industriezeitalters. Und heute? Da lockt das Revier mit der Inszenierung dieser einstigen "Kohlenpott"-Wahrzeichen. Zum Beispiel mit Zeche und Kokerei Zollverein in Essen. Doch Industriedenkmale, große wie kleine, gibt es auch anderswo im Ruhrgebiet. Im früheren "Kohlenpott", dessen Strukturwandel stetig voranschreitet, im "Revier" mit seiner langen Kohle- und Stahl-Tradition haben es sich gleich zwei Stiftungen - mit finanzieller Hilfe des Landes - zur Aufgabe gemacht, Industriedenkmale zu erhalten oder gar mit neuem Leben zu erfüllen. Die eine sitzt in Dortmund, die andere in Essen.

    Auch Jahrzehnte nach ihrer Stillegung können Steinkohlebergwerke im Ruhrgebiet nicht sich selbst überlassen werden
    Einst war die Zeche Zollverein in Essen das größte Verbundbergwerk im Ruhrgebiet. Zollverein heute - das sind die alten Gebäude mit neuem Inhalt: Das Designzentrum Nordrhein-Westfalen findet sich hier, ein Existenzgründerzentrum, Handwerker- und andere Betriebe haben sich angesiedelt. Und auf der benachbarten Kokerei Zollverein lockte im vorigen Jahr die Ausstellung "Sonne, Mond und Sterne" Tausende von Besuchern an. Ihnen blieb verborgen, dass noch immer Bergleute regelmäßig in die Grube einfahren und Übertage zugeschüttete Schächte im Auge halten. Warum eigentlich kann man ein Bergwerk, in dem schon seit Jahren keine Kohle mehr abgebaut wird, nicht sich selbst überlassen? Wer kontrolliert da was?

    Praktika an Rhein und Ruhr
    22 Frauen aus 16 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas werden in Nordrhein-Westfalen ein Jahr lang darauf vorbereitet, in ihrer Heimat Führungsaufgaben in Personalmanagement zu übernehmen. Die jungen Frauen - allesamt Hochschulabsolventinnen und in ihrer Heimat schon im Personalwesen tätig - sollen an Rhein und Ruhr in Theorie und Praxis vor allem lernen, Mitarbeiter menschlich zu führen. Zugleich verbindet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit mit diesem Trainingsprogramm das politische Ziel, den Zugang zu internationalen Fortbildungsprogrammen auch Frauen aus Entwicklungsländern zu verschaffen - dort längst noch keine Selbstverständlichkeit.

    Trotz des Zechensterbens Ausbildung in großem Stil
    Der "geordnete Rückzug" aus dem deutschen Steinkohlebergbau geht weiter. 1980 gab es auf den deutschen Steinkohlezechen noch 186.000 Bergleute. 2005 werden es nur noch 36.000 sein. Wegen des fortschreitenden Preisverfalls auf den Weltkohlemärkten müssen in diesem und im nächsten Jahr in Nordrhein-Westfalen vier Zechen schließen. Unvermeidliche Konsequenz: Innerhalb von zwei Jahren muss die Deutsche Steinkohle AG, die DSK in Herne, mehr als 20.000 Arbeitsplätze abbauen. Und dennoch gehört der Essener Mutterkonzern RAG auch in Zukunft zu den größten Ausbildern im Lande. Oder gerade deshalb?

    "Energiedialog 2000" macht Fortschritte
    Dreißig Männer und Frauen - Gewerkschafter, Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker - beteiligen sich am "Energiedialogs 2000". So nennt sich die Steuerungsgruppe, die Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller im Juni vorigen Jahres einberufen hat. Dreimal hat sie inzwischen getagt. Der Minister erhofft sich am Ende des einjährigen Diskussionsprozesses pragmatische Lösungsansätze für eine neue deutsche Energiepolitik, die den Anforderungen des neuen Jahrtausend gerecht wird. Und im Januar 2000 gab es Anzeichen dafür, dass dies gelingt.

    RWE ist am RAG-Konzern interessiert
    Wenn das Bundeskartellamt zustimmt und die Aktionäre - die Hauptversammlungen finden im Sommer statt-, werden in diesem Jahr die beiden Energiekonzerne RWE in Essen und VEW in Dortmund fusionieren - rückwirkend zum 1.1.2000. Der neue Konzern hätte dann 170.000 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 86 Milliarden Mark. Durch die Übernahme der VEW würde die RWE zugleich zum zweitgrößten Anteilseigner des Essener Energie- und Technologiekonzerns RAG. Der zählt zu den dreißig größten Konzernen in Deutschland und beschäftigt rund 104.000 Mitarbeiter in den Bereichen Bergbau, Energie, Chemie, Vertrieb und Handel, Umwelt, Immobilien und Technologie. Die bevorstehende Fusion von VEW und RWE gibt Spekulationen neue Nahrung, der Konzernlandschaft im Ruhrgebiet, speziell der RAG, könnten weitreichende Umwälzungen bevorstehen.

    Die alte Kokerei Zollverein, einst "die heißeste Imbissbude des Ruhrgebiets"
    Die stillgelegte Kokerei Zollverein in Essen-Katernberg zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der lndustriegeschichte Europas. Ob sie in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wird, muß sich erst noch entscheiden. Der Antrag ist jedenfalls gestellt. Auch jetzt, im Winter, lassen sich vor allem Architektur-Fans und Fotografen an den Wochenenden gerne von ehemaligen Kokerei-Mitarbeitern durch die Anlage führen. Dabei erfahren sie dann, daß die Kokerei Zollverein zeitweilig nicht nur die größte in Europa war, sondern auch "die heißeste Imbissbude des Ruhrgebiets".

    DSK-Akquisiteur: Ein neuer Beruf durch Stellenabbau
    Durch den andauernden Preisverfall bei Kohle sieht sich die Deutsche Steinkohle AG (DSK) in Herne, die als Tochter des Essener RAG-Konzerns sämtliche deutschen Steinkohle-Bergwerke betreibt - momentan noch elf an der Ruhr, drei im Saarland und eine in Ibbenbüren - sieht sich die DSK gezwungen, den Personalabbau von derzeit 66.000 Mitarbeiter auf 36.000 im Jahre 2005 zu beschleunigen. Damit das sozialverträglich, d.h. ohne Kündigungen, gelingt, schuf die DSK ein weit gefächertes personalpolitische Instrumentarium. Dazu gehören Jobbörse, Existenzgründung, Personalentwicklungspool, Mitarbeiterförderplan, Personal-Clearing, Qualifizierung, Handwerksinitiative, Übergangs- und Mobilitätshilfe. Und - seit wenigen Monaten - auch die drei Stellenakquisitionsbüros in Bottrop, Werne und Moers. Sie haben bislang 1400 Bergleuten neue Jobs außerhalb der Kohle vermittelt. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen.

    Kohle-Serie auf WDR 5
    Angefangen beim Kohlekompromiss von 1997 über den EGKS-Vertrag, der in Brüssel zur Diskussion steht, die in Deutschland anstehenden Verhandlungen über künftige Kohlesubventionen, die Frage eines möglichen höheren Eigenanteils des RAG-Konzerns an den Kohle-Subventionen bis hin zu den inzwischen beschlossenen Zechenstillegungen, dem Vorruhestand der Bergleute und dem PROGNOS-Gutachten, das einen 'gleitenden Rückzug aus der deutschen Steinkohle statt eines plötzlichen Endes' mit Milliarden-Einsparungen rechtfertigt, zeichnet Lothar Kaiser für "Westblick" auf WDR 5 ein aktuelles Bild des deutschen Steinkohlebergbaus unter dem Dach des Essener RAG-Konzerns.

    Bibliothek des Ruhrgebiets
    Für knapp achtzehn Millionen Mark ist in der Ruhrgebietsstadt Bochum die neue "Bibliothek des Ruhrgebiets" entstanden. Eine halbe Million Bücher macht sie zu einer der größten Fachbibliotheken der Bundesrepublik. Mit einem Festakt und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement als Festredner wurde sie am 26.11.99 eingeweiht.

    Liebäugelt RWE AG auch mit dem RAG-Konzern ?
    Man musste kein Hellseher sein um vorauszusagen, dass die im Oktober 1999 angekündigte Fusion der beiden Energiekonzerne RWE in Essen und VEW im benachbarten Dortmund auf der Aktionärsversammlung der RWE am 18.11.1999 in der Essener Grugahalle das Thema Nr. 1 sein würde - obwohl es für Beschlüsse noch zu früh war: Das letzte Wort über die Fusion werden die Aktionäre beider Konzerne erst in den Hauptversammlungen im Sommer nächsten Jahres haben. Über das Umtauschverhältnis der Aktien entscheidet bis dahin die Gutachten zweier Wirtschaftsprüfungsunternehmen, die - auf der Grundlage von Umsatz, Börsenwert und Mitarbeiterzahl - die Geschäftswerte beider Unternehmen feststellen sollen. Das Umtauschverhältnis von VEW- in RWE-Aktien dürfte bei 4:1 oder gar 5:1 liegen. Stimmen die Aktionäre dem im nächsten Jahr zu, kann die Verschmelzung rückwirkend zum 1.1.2000 wirksam werden. Durch sie entstünde ein Konzern mit 170.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 86 Milliarden Mark. Und weitere Verflechtungen sind nicht ausgeschlossen. Etwa mit dem Essener RAG-Konzern.

    Zehn Jahre Initiativkreis Ruhrgebiet
    Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Initiativkreis Ruhrgebiet, ein Zusammenschluss von Unternehmern und Unternehmern zwischen Dortmund und Duisburg, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in dieser Region Innovationen und Investitionen zu fördern, Kultur und Sport zu sponsern und durch all das Werbung zu machen für das Ruhrgebiet. Zehn Millionen Mark, von den Mitgliedunternehmen aufgebracht, flossen in den vergangenen zehn Jahren in technische Projekte für Jugendliche, weitere zwanzig in die Wissenschaft – darunter in Medizin- und Hightech-Kongresse - , dreißig Millionen in die Sport- und vierzig in die Kulturförderung. Macht zusammen hundert Millionen Mark.

    Anmerkungen zur Kommunalwahl
    Die Kommunalwahlahl ist gelaufen, die Arbeit beginnt. In vielen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen kamen am 24. September 1999 Stadträte und Kreistage zu konstituierenden Sitzungen zusammen. So auch im Ruhrgebiet, das jahrzehntelang fest in SPD-Hand war. Jetzt gibt es Lücken im roten Netzwerk. Etwa in Mülheim, Gelsenkirchen und Essen, wo die CDU den Oberbürgermeister stellt. Das Kräfteverhältnis in den Kommunalparlamenten ist dagegen vielfach noch unklar. Da ist die CDU auf Koalitionspartner angewiesen, wenn sie regieren will.

    Personalabbau im deutschen Steinkohlebergbau
    Im sogenannten Kohlekompromiß des Jahres 1997 haben Bund, Länder, Unternehmen und Gewerkschaft bis zum Jahre 2005 sinkende öffentliche Kohlebeihilfen und als Folge davon Zechenstillegungen und Personalabbau festgeschrieben. Von den derzeit 65.000 Bergleuten wird in den kommenden fünf Jahren jeder dritte (dann nur noch 30.000) seinen Arbeitsplatz verlieren - nach Möglichkeit sozialverträglich, d.h. ohne Kündigungen. Damit dies gelingt, hat sich die Deutsche Steinkohle AG viel einfallen lassen. Und erhöht über dreißig "Jobberater" den Druck auf die Bergleute weiter. Siehe auch Bericht im Deutschlandfunk.

    "Job-Explorer" der RAG macht Bergleute nachdenklich
    Um Mitarbeiter zum Abschied voin der Kohle zu bewegen, hat sich die DSK, die Deutsche Steinkohle AG mit Sitz in Herne, die Mailing-Aktion "Job-Explorer" einfallen lassen.

    Karl Starzacher wird neuer Chef der RAG
    Der frühere hessische Finanzminister Karl Starzacher (SPD) ist der neue Mann an der Spitze des Essener Energie- und Technologiekonzerns RAG. Der Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von VEBA-Chef Ulrich Hartmann wählte ihn am Abend des 23. Septembers 1999 zum Vorstandsmitglied ab 1. Oktober und zum Jahres-wechsel zum Nachfolger von Gerhard Neipp.

    Gerhard Neipp gibt RAG-Vorstandsvorsitz ab
    Viele hatten ihn gedrängt, noch eine Amtsperiode anzuhängen. Seine Mitarbeiter auf der Vorstandsetage, Betriebsräte der vielen Tochterunternehmen, Gewerkschaftsvertreter, der Aufsichtsrat. Doch Neipp blieb hart: 46 Berufsjahre waren für den Mann mit viell Familiensinn - er hat zwei Söhne und eine Tochter - mehr als genug. Seinem Nachfolger hinterlässt er ein geordnetes Unternehmen. Einen Konzern, der Zukunft verdient haben sollte.

    Kohlesubventionen auf dem Prüfstand
    Billige Importkohle ist schuld daran, dass sich von der weitaus teurer geförderten deutschen Steinkohle am Markt keine einzige Tonne verkaufen ließe, gäbe es die öffentlichen Subventionen nicht. Sie wurden 1997 im sogenannten Kohle-kompromiß bis zum Jahre 2005 festgeschrieben. Und das mit Zustimmung der Europäischen Gemeinschaft. Dagegen hat vor dem Europäischen Gerichtshof ein britisches Bergbauunternehmen geklagt.

    Deutsche Steinkohle AG hat Absatzprobleme
    1992 für 1,2 Milliarden Mark erbaut, gilt die Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund noch heute als die modernste und umweltfreundlichste der Welt. Dennoch sieht der Betreiber, die Deutsche Steinkohle AG (DSK) in Herne, die 500 Arbeitsplätze in Gefahr, sollte sich Thyssen/Krupp dazu entschließen, die Stahlerzeugung in der traditionsreichen Dortmunder Westfalenhütte zu Gunsten von Duisburg endgültig einzustellen. Das kann schon im Herbst passieren. In Duisburg beginnt Thyssen-Krupp im kommenden Jahr mit dem Bau einer eigenen Kokerei. Kostenpunkt 1,5 Milliarden Mark. Internet-Zusatzinformation: Die Schließung ist inzwischen beschlossene Sache.

    Politiker von Bund und Land unterstützen RAG
    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement und sein saarländischer Amtskollege Reinhard Klimmt machten sich am 24. September 1999 während eines gemeinsamen Bergwerkbesuchs im saarländischen Ensdorf für den deutschen Steinkohlebergbau stark. Dort forderten sie eine Anschlußregelung für die Finanzierung des Steinkohlebergbaus nach Ablauf der Subventionen im Jahre 2005.

    Landesregierung steht zur Steinkohle
    Ein klares Bekenntnis zur weiteren Subventionierung der deutschen Steinkohle hat der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Peer Steinbrück am 24. September 1999 in Essen abgelegt. Anläßlich der Einweihung der neuen Zentrale der Ruhrkohle AG (RAG), unter deren Dach sich sämtliche Steinkohlezechen in Deutschland befinden, trat der Minister Gerüchten der vergangenen Tage entgegen, der RAG-Konzern solle zerschlagen werden.

    Vorruhestand für Bergleute wird weiter finanziert
    Die am 24. September 1999 bekannt gegebenen Entscheidung der Entscheidung von Bund und Land, zusätzliche 1,92 Milliarden Mark für den Personalabbau im deutschen Steinkohlebergbau zur Verfügung zu stellen - ein Drittel vom Land, zwei Drittel vom Bund -, bedeutet, daß bis zum Jahre 2005 weitere 19.000 Bergleute in den Genuß eines Vorruhestandes kommen können. Untertage Beschäftigte müssen mindestens 50 Jahre alt sein, Übertage Beschäftigte 55.

    RWE plant Brennstoffzellenanlage für Strom
    Die europaweit erste Brennstoffzellen-Anlage zur dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung wird für 20 Millionen Mark in Nordrhein-Westfalen gebaut. Das teilte die RWE Energie AG am 24. September 1999 in Essen mit. Die neue Erdgas-Verbrennungstechnik, bei der nur wenig Kohlenstoffdioxyd anfällt und dafür umso mehr reines Wasser, gilt als bahnbrechend für das nächste Jahrtausend.

    RAG kauft amerikanische Zechengesellschaft
    Die Kohle steckt in der Krise. Ein alter Hut, keine Schlagzeile mehr wert? Der jüngste Deal von RAG-Chef Gerhard Neipp in den USA, die Übernahme von neun Kohlegruben der Cyprus Amax-Company, die sich der Essener Konzern fast zwei Milliarden Mark kosten läßt, beweist das Gegenteil.

    Stinnes AG geht an die Börse
    Die Mülheimer Stinnes AG, derzeit noch im Alleinbesitz der VEBA, geht an die Düsseldorfer und Frankfurter Börse. Das kündigte der Vorstand am 27. April 1999 auf seiner Bilanzpressekonferenz an.

    Babcock AG: Schwarze Zahlen und neuer Name
    Die Deutsche Babcock AG in Oberhausen hat erstmals seit vier Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Unter dem neuen Namen Babcock-Borsig soll der Konzern mit Hilfe internationaler Allianzen und Partnerschaften weiter ausgebaut werden. Ein entsprechendes Konzept des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Klaus Lederer fand am 18. März 1999 auf der Hauptversammlung in der Oberhausener Stadthalle die Zustimmung der Babcock-Aktionäre.

    Hüls AG und Degussa AG verschmelzen
    Mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit haben die Aktionäre des Chemie- und Pharmakonzerns Degussa heute im Congress-Center der Messe Frankfurt die Fusion der Degussa mit dem ebenfalls milliardenschweren Chemieunternehmen Hüls AG in Marl beschlossen. Die neue Degussa-Hüls AG wird mit einem Umsatz von mehr als 20 Milliarden Mark und 45000 Mitarbeitern die Chemiesparte des Mutterkonzerns Veba bilden.

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